Juli 2008
Norway forever Norway!
Rückblick:
Dezember 2007- Wir schwärmten schon seit Längerem von Skandinavien. Wo wollen wir denn genau hin? Dänemark –Schweden hmm… Nein!- wenn dann richtig also Norwegen. Wir erkundigten uns in Reisebüros nach lukrativen nicht zu überlaufenen Ferienwohnungen mit Fjordnähe, googelten uns die Finger wund uns saßen fast Tag und Nacht am Computer bis irgendwann ein heller LINK am Bildschirmhimmel zu leuchten begann… „SANDEID FISHING LODGE“ und wir begannen uns unser Traum-Ferienhaus von klick zu klick mehr schmackhaft zu machen und buchten schließlich kurz darauf das Rorbuer Haus mit Boot und Fjordblick.
Aufbruch
Am 11. Juli 2008 war es endlich so weit, unser heiß ersehnter und lang vorbereiteter Urlaub konnte beginnen.
Unsere Fähre, die „Color Fantasy“ fuhr pünktlich vom Norwegen - Kai in Kiel ab und unsere Gefühle überschlugen sich „Endlich URLAUB!!!!!“. Die Ausfahrt aus der Kieler Förde genossen wir in der Observation Lounge bei Cocktails und anderen Köstlichkeiten.
Als wir langsam auf hoher See waren eroberten wir das Leben unter Deck und gingen dann auch bald auf Kammer um fit und ausgeschlafen für den nächsten Tag zu sein.
Am nächsten morgen sind Martin und ich mit leuchtenden Augen und einem Lächeln aufgewacht …yuuuuuchuuu…. wir sind in ca. 1 Stunde fest am Kai von Oslo…kurzes Frühstück unter Deck …, danach hieß es an Deck gehen und die ersten Berge und Inseln im Oslo Fjord begutachten und Fotos, Fotos, Fotos schießen.
Kaum am Kai angelegt, haben wir auch schon den „Norway- Customs“ passiert und steuerten mit voller Kraft und Vorfreude Richtung unserem ZIEL nach SANDEID.
Cirka 415 Kilometer von Oslo nach Sandeid- waren mit unserem BMW 525tds Touring voll bepackt bis unters Dach zu bewerkstelligen. Der Tipp von Kevin nicht überall anzuhalten wurde in die Tat umgesetzt, weil eigentlich will man überall halten!!!
Wir fuhren traumhafte Strecken über Stock und Stein, an zahlreichen Waldgebieten mit Fluss, ohne Fluss, mit Wasserfall vorbei, Felswände an Felswände die auf Grund ihrer Größe einem die Sprache verschlagen haben.
Man konnte das Knacken der Gletscher aus der letzten Eiszeit noch deutlich hören. Um so höher wir fuhren, um so mehr mussten wir feststellen, dass wir über tausend Meter hoch über Bergpässe gefahren waren- die Begeisterung war betäubend so das man diese Erklimmung der Höhenmeter nicht mitbekommen hatte.
Endlich Halbzeit, die Hälfte der Strecke hatten wir hinter uns – ein Blick aus dem fahrenden Auto hinterließ wieder einen Haufen von neuen Eindrücken- denn um uns herum kurz nach Haukeligrend waren auf knapp 1400 Meter Höhe nur noch Eis, Felsen und kleine Büschchen zu sehen. Atem anhalten und genießen.
Angekommen
Nach 6 ½ Stunden waren wir endlich in Sandeid angekommen. Wir fuhren die Straße ins Dorf hinunter und hatten einen wunderschönen zwar etwas verregneten Blick auf den Fjord aber das war uns in diesem Moment relativ egal….wo war noch mal der Schalter zum Zeit anhalten????? Wir fuhren im Schritttempo durchs Dorf um uns jede Ecke einfach nur kurz anzusehen aber dennoch verloren wir unser Ziel nicht aus den Augen… wo ist das Haus?
Nach kurzer Suche haben wir das Traumhaus endlich entdeckt und fuhren den Kiesweg zum Haus hinunter und parkten vor dem Haus von Asbjørn- unserem Vermieter. Der Blick vom Parkplatz der Häuser auf den Fjord war atemberaubend schön- als da plötzlich die erste Norwegerin angelaufen kam um uns in ihrem Revier zu begrüßen. Ich bin Lucy und wer bist du? Unter diesem Motto begrüßte sie uns auf dem Hof und wie es sich herausstellte war Lucy eine treue Begleiterin während unseres Urlaubs.
Ein neuer Freund
Danach klingelten wir an Asbjørns Haus und es dauerte nicht lange bis er die Tür öffnete und uns mit einem Lächeln und dem Spruch „Ich habe schon lange auf Euch gewartet“ die Hand entgegen streckte. Nach einem kurzen Smalltalk begann uns Asbjørn das Haus, das Bootshaus samt Filetiertisch und dem Steg direkt am Fjord zu zeigen… es waren atemberaubende Minuten.
Kurz darauf bezogen wir auch schon das Haus und packten unsere Sachen aus. Kaum alle Sachen im Haus verstaut und kurz verschnauft und den ersten Kaffee in Norwegen gebrüht und getrunken – beschlossen wir für ein oder zwei Stunden auf den Fjord raus zufahren.
Unsere Ausfahrt mit dem kleinen Boot endete um ca. 2 Uhr nachts mit der Beute von mehreren Markrelen.
Norwegen und das Wetter
Die ersten Tage der Woche waren sehr wechselhaft- Regen, Sonne, Wolken, Wind, Wellen aber dennoch haben wir es uns nicht nehmen lassen jeden Tag auf See zu verbringen- denn wir waren für alle Eventualfälle gerüstet.
Am Dienstagabend bekamen wir endlich das Große Boot „unsere kleine Yacht“ mit einer super lieben Bootseinweisung von Asbjørn. Da Martin Seemann ist und sich mit Motoren sehr gut auskennt wusste Asbjørn von der ersten Minute an das sein Boot bei uns in guten Händen ist und wir ließen den Bootsschlitten zu Wasser und machten gemeinsam die erste Fjord-speed Fahrt. Zurück am Steg beluden wir das Boot dann mit unseren Angeln und dem weiteren Equipment und fuhren im Anschluss raus auf den Fjord und kamen erst spät wieder an Land.
So vergingen unsere Tage in Sandeid wie im Flug – man blieb erstaunlich lange wach – kein Bedürfnis schlafen zu gehen meist saßen wir bis zwei Uhr nachts und länger wach und waren begeistert vom Tag - im Wohnzimmer ließen wir den Tag Revue passieren- werteten Bilder aus und zogen sie von unseren Kameras auf unseren Laptop. Es verging kaum ein Tag an dem wir keine Hundert Bilder geschossen hatten.
Natürlich unternahmen wir auch wunderschöne Ausflüge in der wahnsinnig schönen Umgebung.
An einem Tag erkundeten wir Haugesund und spazierten gemütlich durch die Innenstadt, gingen durch einige Shopping Mals und kauften uns zur Abwechslung einmal frisches Brot und Aufschnitt und naja allen Vorurteilen des ESSENS in Norwegen müssen wir sagen schmeckt hier sogar das Brot wirklich köstlich… vom Gefühl her sogar ein Stück weit besser als in god old Germany! Mit vollen Tüten und neuen Eindrücken verließen wir Haugesund und fuhren wieder nach Sandeid zurück.
Svansdal-Fossen
Einen anderen Tag erkundeten wir den Svansdal-Fossen ein Wasserfall kurz vor der Stadt Sauda. Als wir uns diesen Trip auf der Landkarte angeschaut hatten dachten wir es wäre ein leicht und schnell erreichbares Ziel- dies stellte sich aber als Finte heraus. Wir fuhren geschlagene 50 Minuten an steilen Bergstraßen zum Teil mit Gegenverkehr, Serpentinen aber dennoch zahlreichen wunderschönen Ausblicken für den Beifahrer hihi denn der Fahrer ist für seine Verhältnisse mit der anspruchsvollen Fahrbahnführung so sehr beschäftigt dass keine Zeit blieb um einmal nach links oder rechts zu schauen.
Am Wasserfall angekommen der auch nicht zu übersehen war- erblickten wir eine Informationstafel auf der zu lesen war –dass die Strecke die wir eben gefahren waren eine der anspruchsvollsten Straßen Norwegens ist. Wir ließen es uns nicht nehmen und stiegen den Berg zum Kopf des Wasserfalls hinauf und machten natürlich wie es sich gehört reichlich wunderschöne Bilder. Der Aufstieg war auf Grund von leichtem Nieselregen nicht gerade sehr leicht aber wir haben es dennoch geschafft- und der Blick von oben aufs Tal hat für alle Mühen entschädigt.
Die anschließende Fahrt durch Sauda war zwar etwas ernüchternd – weil leider nicht mehr viel los war aber dennoch haben wir einen wunderschönen Spaziergang an der Hafenpromenade gemacht und sind dann glücklich wieder Richtung Ferienhaus zurück gefahren.
Traumwetter
In unserer zweiten Urlaubswoche wurde das Wetter schlagartig schöner – der Tag an Bord unseres Bootes war jeden Tag auf s Neue wunderschön, wir pilkten bis uns die Oberarme schmerzten und genossen das unbeschwerte Leben in Norwegen. Hierbei gingen uns Dorsch, Leng, Schellfisch, Lumb, Pollack, Seelachs, Rotbarsch, Knurrhähne, Makrelen und Tangbarsche an die Haken. Video: ein Pollack am Haken
Mitte der Woche an einem wieder mal traumhaften Tag, stachen wir schon früh am morgen in See mit bekannten Kurs zum Krossfjord- Dort angekommen hießen es schnell Ruten raus und wir fischten und fischten verholten unser Boot ein paar mal und wir wunderten uns das wir absolut keine Bisse hatten- dann plötzlich die Erklärung unseres Problems… es war groß, wirklich groß zu acht oder eher zehnt und es hies Schweinswale… yuchuuu wir hatten Schweinswale rund um unser Boot … man kann es kaum in Worte fassen was da in einem vorgeht… wir waren leise, ganz leise und wir hörten andauernd das Schnauben von Wassenfontänen von den Tieren leider ging es doch zu schnell vorbei – sodass wir leider keinen mehr ablichten konnten. Kurz darauf verschlug es uns zurück ins Haus da es auf dem Wasser in der Sonne viel zu heiß geworden war.
Am Nachmittag war es wieder angenehmer und wir konnten sogar im Fjord baden gehen- es war rund 20 Grad warm…aber je weiter man raus schwamm desto kälter wurde es an den Zehen. Es war klasse.
Sundowner und ein später Entschluss
Mittwochabend tranken Martin und Asbjørn ihr bekanntes Feierabendbier gemeinsam auf der Veranda und genossen den Abend. Kurzfristig entschied sich Asbjørn am nächsten Abend mit uns als Highlight unseres Urlaubes noch einmal eine Langleinen - Tour machen möchte.
Wir konnten den nächsten Tag kaum erwarten und fuhren gegen Mittag auf den Fjord um frische Köder zu fangen. Innerhalb von einer Stunde haben wir mittels gut gebundener Vorfächer 50 Makrelen gefangen und zwar keine Kleinen… der Drill war bei jedem Fisch aufs Neue eine gute Herausforderung.
Am Abend dann, schnitt Asbjørn am Filetiertisch die Makrelen in mehrere kleine Stücke und hing sie dann Stück für Stück an die Haken. Kaum war diese Arbeit erledigt beluden wir das Boot mit einem Anker, der Langleine und einem Krebskorb den er zusätzlich noch für uns auslegen wollte. Die Fahrt auf den Krossfjord war rasant, Asbjørn legte den Hebel auf den Tisch und wir fuhren mit Highspeed in Richtung Krossfjord, ließen den Krebskorb ab auf Grund und legten die Langleine aus. Nachdem diese Arbeit erlegt war – plopte es an Deck und Martin und Asbjørn stießen auf „ SKOLL FOR GOD FISKE!“
an. Video: unsere Langleinentout mit Asbjørn
Langleine das war klasse
Der nächste Tag begann früh- wir standen um kurz vor sechs auf denn wir waren um halb sieben unten am Boot verabredet- zum Langleinen hochholen. Wir hatten sie aus einem Flachwasserbereich bis in 700 Meter Tiefe gelegt. Wir fuhren mit selber Geschwindigkeit wie am Vorabend hinaus auf den Krossfjord und holten Stück für Stück die Langleine hinauf.
Kurz darauf entdecke der erste Fisch das Tageslicht es war ein Dorsch…an Bord stellte sich nach der Euphorie einen Fisch am Haken zu haben heraus das es ein Überbeisser war – er hatte auf einen kleinen Rotbarsch gebissen. Und weiter ging es im Text- anstrengend aber dennoch wunderschön bei strahlendem Sonnenschein und blauen Himmel einen großen Fisch nach dem anderen ins Boot zu ziehen. Wir haben Leng, Lumb, Dorsch, mehrere kleine Flügelhaie, Knochenhaie und naja wie schon erwähnt einen kleinen Rotbarsch an der Leine gehabt und als Zusatz kam noch unser Krebskorb mit hinzu der auch wiederum mit 5 großen Krebsen bestückt war.
Unter anderem ging uns ein Blauleng von 1,2m und ein Lumb von 20 Pfund an die Leine.
Fertig und überglücklich fuhren wir zurück zum Haus …nun hieß es aufbahren und fotografieren und dann filetieren. Martin nahm beim Meister Filetierstunden und ich wienerte das Boot von Oben bis Unten.
Die "Arbeit" ...
70 kg brutto edler Seefisch warteten auf die Verarbeitung. Es vergingen Stunden über Stunden, ich hatte das Gefühl Martin wäre abgetaucht aber nein er war fleißig- denn einen Leng oder einen Lump zu filetieren ist keine einfache Aufgabe. Schlussendlich mit ein paar Schnittwunden war Martin gegen 18 Uhr endlich fertig und wir konnten den Fisch schnell schock gefrieren- denn am nächsten morgen stand schon die Heimreise wieder an.
Das Ende
Kaum zu fassen, aber die zwei Wochen sind nun wie im Fluge vergangen. Um kurz vor drei Uhr morgens klingelten unsere unzählig gestellten Wecker – denn es ist schwer in Norwegen pünktlich aufzustehen. Tja und dann hieß es anziehen, kurz einen Kaffee trinken und das Auto beladen. Bei jeder Tasche die ins Auto kam – traf uns ein tropfen Wehmut – müssen wir wirklich weg – können wir nicht doch irgendwie hier bleiben? Vermisst uns jemand -…? Wir gaben uns einen Ruck auch wenn es schwer fiel – Schlüssel in Asbjørn Briefkasten hinterlegt noch einmal umgeguckt und los ging es in wieder in Richtung Oslo.
Nach 6 Stunden Fahrt ohne Vorkommnisse und bei strahlendem Sonnenschein kamen wir um Elf Uhr am Fährterminal an checkten ein und warteten auf die Freigabe an Bord ins Autodeck fahren zu dürfen. Kurz vor zwei legte die Color Fantasy dann pünktlich vom Kai ab und nahm Kurs in Richtung Germany.
Wir standen winkend und mit Wehmut im Auge an Deck, und sahen uns an hier kommen wir ab sofort jedes Jahr wieder her. Auf der Überfahrt ließen wir diesen prägnanten Urlaub beim „Grand Buffet“ mit allen Schikanen ausklingen.
"Wiederholungstäter"
Kaum zu Hause angekommen haben wir unseren Wunsch für das nächste Jahr schon erfüllt- wir haben bei Kevin gebucht und diesmal 3 WOCHEN NORWEGEN /SANDEID
WIR BEDANKEN UNS in aller Form in erster Linie bei Asbjørn & Kids samt Lucy sowie Kevin denn nur durch Euch durften wir einen wunderschönen Urlaub in dem schönsten Land auf Erden erleben.
DANKE!
Susanne Langer (Susi) und Martin Feindt
Jork-Königreich im Alten Land







































