Mai 2008

Sandeid Mai '08 ... Unser schönster Norwegenurlaub

Ein Familienurlaub soll es werden, klar, das Angeln darf auf keinen Fall zu kurz kommen. Unser Hund sollte mit und unser Henning ist mit seinen 2 Jahren auch schon recht anspruchsvoll...
Unter diesen Aspekten wälzten wir Kataloge...tagelang. Dann stieß ich im Anglerboard auf einen Bericht über Sandeid, geschrieben von Kevin, dem Vermittler der Hütte. Ich war sofort begeistert und nahm Kontakt zu Ihm auf. Viele, viele e-Mail und Wochen später saßen wir dann im vollbepackten Caddy.

Wir setzten von Hanstholm aus mit der Fjord Cat nach Kristiansand über. Mit Vollverpflegung vergeht die Überfahrt von zwei Stunden wie im Flug! Bei einer Wellenhöhe von fast zwei Metern schaukelte der Katamaran mächtig....
Von Kristiansand fuhren wir bis kurz hinter Flekkefjord und übernachteten dort in einer zauberhaften Hütte.
Früh ging es dann weiter und unser Ziel Sandeid kam immer näher!

Gegen 12:00 waren wir endlich am Ziel.

Die Tochter des Vermieters war noch mit der Reinigung der “Cabin” beschäftigt, wir erkundeten inzwischen unser neues “Zuhause” und befanden alles für “TOP”!!

Asbjörn, unser Vermieter erschien im Anzug ( wow...so wurden wir noch nie empfangen...) und verkündete uns das es gegen 17:00 eine Bootseinweisung geben wird. Ich schaute auf die Uhr und konnte mir kaum vorstellen noch so lange auf dem “Trockenen” zu verbringen. Zumal ich das Boot schon besichtigt hatte und es ehrlich gesagt kaum noch aushalten konnte einen “Ritt”Richtung Abbruchkante zu wagen ;-)

Die Einweisung war dann sehr ausführlich, tat aber auch not. Das Boot war nagelneu und wir seine ersten Mieter. Bislang kannten wir ja nur 9,9 PS Boote. Das Merry Fisher 625 von Jeaneau hatte einen 90 PS Evinrude am Spriegel hängen und mein Respekt hätte nicht höher sein können....

Asbjörn meinte dann das es kein Probleme geben wird und legte den Hebel auf den Tisch...es begann eine Gleitfahrt von der ersten Sekunde an!
Was soll ich sagen: Man gewöhnt sich schneller als man denkt an dieses Teil, das Wechseln von Angelrevieren innerhalb kürzester Zeit ist kein Problem.

Allein für das Gefühl der Sicherheit, gerade wenn man Nachwuchs mit auf dem Boot hat ist dieses Boot ideal. Henning konnte kaum über die Reling schauen. Aus diesem Grund verzichteten wir auch auf eine Rettungsweste (bitte nicht mit Leichtsinn verwechseln, aber die RW konnte man wirklich weglassen!) Der Verbrauch hielt sich in Grenzen. Ich habe dann in den kommenden 14 Tagen 200 Liter Sprit durch die Maschine gejagt, habe aber auch weit entfernte Gebiete angesteuert.

Mit dem Fischen taten wir uns anfangs etwas schwer.
Die richtigen Tiefseetouren unternahm ich dann allein. Aber egal welche Stellen ich auch anfuhr, es tat sich wenig bis gar nichts. Felsige Untergründe, abfallende hängerträchtige Kanten....nichts!
Bekanntermaßen gehört der Mai auch nicht zu den besten “Lengmonaten”....das wußte ich auch vorher, aber das es so schlecht laufen sollte...
Ein ortsansässiger Fischer berichtete auch über schlechte Fänge an der Langleine (1ooo Haken-8 Leng von max. 5kg..) Da heißt es dann Augen zu und durch!

Seelachse bissen überall, aber auf die hatten wir es nicht wirklich abgesehen.
Petrus zeigte dennoch Erbarmen und bescherte uns besonders in der zweiten Woche schöne Fische. Keine Riesen, aber wohlschmeckende Filets für die Pfanne waren das Ergebnis. Ich fischte hauptsächlich mit der Naturköderrute in Tiefen ab 100m-300m.
Bleigewichte von 1000gr waren fast immer erforderlich, da Wind und Strömung sehr oft wechselten. Als Köder hatten wir Seelachs und Pollack.

Die zweite Woche verging dann wie immer viel zu schnell.
Doch wir sind uns sicher: Wir kommen wieder! Die Vorbereitungen für das nächste Jahr laufen bereits.
Es war unser bislang schönster Norwegenurlaub, was nicht zuletzt an dem netten Kontakt zu Asbjörn lag, dem tollen Boot, dem für Mai ungewöhnlich warmen Wetter und der sehr gemütlichen Unterkunft!

Vielen Dank für Alles! Wir freuen uns schon jetzt auf den Urlaub im nächsten Jahr!

Am letzten Tag hatten wir noch eine Reuse für Taschenkrebse im Wasser, leider war es dafür noch etwas zu früh. Dafür hatten wir zwei Schollen im Netz, die wir wieder schwimmen ließen.

(c) Bilder & Text Ingo Wolf

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